Pädagogisches Konzept für ballance 2006

Turnierveranstalter-Vereinbarung


Pädagogisches Konzept für ballance 2006
Straßenfußball für Toleranz


Deutschland steht als Gastgeber der WM 2006, einer Veranstaltung mit großer öffentlicher Ausstrahlung, in einer besonderen gesamt- gesellschaftlichen Verantwortung.

Die Partner im Netzwerk "ballance 2006" verpflichten sich, ein gastfreundliches und sportlich-faires gesellschaftliches Klima gezielt zu fördern, um auf einen friedlichen Charakter dieser Veranstaltung hinzuwirken.

Die Partner engagieren sich gemeinsam gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, die unserem gemeinsamen demokratischen Wertesystem von Toleranz und Weltoffenheit widersprechen. Die Integration und Gleichberechtigung von Menschen mit unterschiedlichem kulturellen, religiösen und ethnischen Hintergrund wird aktiv unterstützt und die qualitativ gleichrangige Einbindung von Mädchen und Jungen in entsprechende Maßnahmen angestrebt.

Gewalt und Diskriminierung sind als Mittel von Auseinandersetzung in ihren unterschiedlichen Formen und Motiven zu ächten. Ihnen sind präventive Maßnahmen entgegen zu setzen.

Straßenfußball für Toleranz wurde ursprünglich für den sozialen Kontext einer lateinamerikanischen Großstadt (Medellín, Kolumbien) entwickelt, um dort überhaupt Dialogsituationen zwischen verfeindeten, in Banden organisierten Jugendlichen zu schaffen. In einem zweiten Schritt wurde ein Beitrag dazu geleistet, die Stadt für alle Jugendlichen über sonst unüberwindbare territoriale Grenzen hinweg erlebbar zu machen und sozial rentable Zeit (Abend, Nacht) und Räume (Straßen, Bolzplätze) zurück zu gewinnen, die zuvor von den Konfliktparteien beansprucht wurden.

Folgende pädagogischen Leitlinien werden - nach entsprechenden Tests in Brandenburg, Hessen und Rheinland-Pfalz auch für das Saarland vorgeschlagen:


Rahmenbedingungen
  • Gespielt wird auf einer "Street-Soccer" Anlage mit einer Spielfeldgröße von maximal 10 x 15 Metern. Spielorte im öffentlichen Raum können Straßen, Parkplätze, Hallen, Bolzplätze, Wiesen, etc. sein. Je nach Alter können 3-7 Spieler pro Team eingesetzt werden.
  • Die Gestaltung des unmittelbaren Lebensraumes durch die Jugendlichen wird gefördert: das Fußballspiel wird zum sozialen Treffpunkt von Kindern und Jugendlichen. Neben dem rein sportlichen Leistungsvergleich steht der Fair Play-Gedanke im Vordergrund.

Regeln
  • Gemischte Teams sollen den Gedanken der Integration und der Fairness vertiefen: Die jeweiligen Turnierveranstalter entscheiden, welche Schwerpunkte sie setzen: denkbar sind interkulturelle Turniere mit mehreren Nationalitäten in einem Team, gegenderte Teams mit mindestens 2 Mädchen und 2 Jungen pro Mannschaft, das Zusammenspiel von behinderten und nicht behinderten Jungen und Mädchen. Die Palette kann beliebig zusammengestellt und erweitert werden.
  • Es entscheiden nicht allein Sieg und Punkte. Neben dem Turnier-Sieger ist ein Fair Play-Sieger zu küren. Spielbeobachter vergeben Fairness-Punkte, honorieren besonders interkulturell zusammengestellte Mannschaften oder vergeben - je nach Ausschreibung des Turniers - weitere Sonderpunkte.

Keine Schiedsrichter: Die Spieler/innen einigen sich
  • Es gibt (in der Regel) keinen Schiedsrichter: die Regeln werden vor dem Turnierbeginn vereinbart. In der jeweiligen Partie einigen sich die Spielbeteiligten auf dem Feld über ein etwaiges Foulspiel und dessen "Ahndung". Spielbeobachter vergeben von außen ggfs. Fair Play-Punkte.
  • Das Regelbewusstsein und die Bereitschaft sich an Regeln zu halten wird gefördert; Regelwidrigkeiten müssen aktiv angezeigt werden (Zivilcourage)
  • Die Grundlagen des Konfliktmanagements werden anhand einfacher Situationen eingeübt und nicht von vornherein an Dritte (Schiedsrichter) delegiert.
  • Die Dialogbereitschaft und Dialogfähigkeit werden gefördert; es entsteht permanent die Notwendigkeit der Kommunikation.

Die Botschafterinnen und Botschafter

Prominente aus Fußball- und anderen Sportarten, aus dem Kulturbereich, aus Wirtschaft und Politik werden die saarländische Ballance - Aktion unterstützen und die Turniere vor Ort begleiten. Bei ihren Auftritten werden sie für den Gedanken der Toleranz und der Fairness werben, von eigenen Erfahrungen mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit berichten und die Fußballspiele begleiten. Und natürlich werden sie für die Idee von Ballance 2006 werben.


Workshop

Über die Idee von Ballance und alle Fragen der Turnierabwicklung gibt es einen Workshop mit dem Ballance-Begründer Michael Glameyer vom Internationalen Bildungszentrum Witzenhausen (IBZW) Hessen. Teilnehmen können alle künftigen Turnierausrichter und Interessenten.

Termin
Dienstag, 4. Oktober 2005
14.00 bis 17.00 Uhr
in Saarbrücken


Download

Sie möchten ein Straßenfußballturnier im Rahmen von ballance 2006 durchführen?
Hier gibt es die Turnierveranstalter-Vereinbarung zum Herunterladen als PDF-Datei.